Bevor wir die letzten Tage in Bukit Lawang entspannt ausklingen ließen, hatten wir mit den Kids noch einen Ausflug nach Tangkahan vor. Dort gibt es ein Elefant Sanctuary, wo die Besucher Programme nicht auf die Touristen ausgerichtet sind sondern vielmehr auf die Bedürfnisse der Elefanten. Deshalb wird hier kein Reiten auf den Elefanten angeboten, wie es mancherorts in Asien als Massentourismus abgefertigt wird. In Tangkahan kommt man auf ganz nahe Tuchfühlung mit diesen wunderschönen und absolut liebenswerten Tieren. Vor einer atemberaubenden Kulisse kann man zusammen mit den Elefanten in das flache Flussufer steigen, um sie abzubürsten und zu waschen. Man kann richtig spüren, wie die Tiere das gemeinsame Bad genießen. 2 Mal, einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag, findet das gemeinsame Waschen statt. Stets bei einer begrenzten Besucheranzahl in Höhe von 10 Personen.

Die Anfahrt von Bukit Lawang nach Tangkahan war doch etwas holpriger als erwartet. Der komplette Weg besteht aus einer einzigen Schotterpiste und ist durchgehend kaum schneller als Schrittgeschwindigkeit befahrbar. Man wird bis nach Tangkahan 2,5 – 3 Stunden ordentlich durchgeschüttelt. Möchte man, wie wir, auch wieder zurück erlebt man das Ganze auf dem Rückweg sogar noch ein 2. Mal.

Man kommt unterwegs an einigen kleinen Dörfern vorbei und bekommt einen interessanten Eindruck vom einheimischen traditionellen Leben. Allerdings bekommt man während der Fahrt auch knallhart die Schattenseite aufgezeigt und es wird einem die Tragweite der Palmölproblematik sehr bewusst. Unser Guide hat uns einiges Wissenswertes darüber erzählt. Er zeigte uns z. B. eine Fabrik, in der die Palmöl Früchte weiter verarbeitet werden. Früher, als der Vater unseres Guides in dieser Fabrik arbeitete, wurden hier noch Kautschuk und Kakao verarbeitet. Mittlerweile wurde die Fabrik von chinesischen Investoren gekauft und komplett auf die Palmöl Verwertung umstrukturiert. Während der gesamten Fahrt sieht man daher zu mehr als 90% nichts anderes als Palmöl Bäume. Aber es sind nicht nur die großen Konzerne, es sind auch die einfachen Bauern, die ihre Ländereien fast ausschließlich für den Palmöl Anbau nutzen, denn Mit der Palmöl Pflanze lässt sich schnelles Geld verdienen. Bereits 2 – 3 Jahre nach der Bepflanzung kann man bereits die ersten Produkte ernten. Zum Vergleich: Ein Kautschuk Baum benötigt ca. 7 Jahre, bis man das erste Mal etwas ernten kann. Viele Bauern denken schon alleine aus existenziellen Gründen dabei nur an die Gegenwart. Langfristig wird dies aber zu einem großen Problem in der Region führen. Die ersten Anzeichen sind bereits jetzt zu erkennen. Unser Guide erzählte, dass es inzwischen in der Trockenzeit immer wieder dazu führt, dass in den kleinen Ortschaften rund um Bukit Lawang, kein Grundwasser mehr zur Verfügung steht und die Leute gezwungen sind, einige Kilometer zum großen Fluss zu gelangen, um Wasser zu holen, weil es selbst zum Kochen manchmal nicht mehr reicht. Dies gab es vor dem Boom der Palmöl Pflanze nicht. Jeder einzelne Baum entzieht dem Boden rund 20 Liter Wasser pro Tag. Ein Kautschuk- oder Kakaobaum dagegen nur ca. 7 Liter. Die Massenbepflanzung mit Palmöl raubt nicht nur der Tierwelt ihren Lebensraum, es verändert noch dazu das komplette regionale Ökosystem…

Zum Abschluß in Bukit Lawang hatten wir ein nettes Abendessen mit einem alten Bekannten. Wir hatten nach ein paar Tagen in Bukit Lawang Hasani, unseren Guide bei der Dschungel Übernachtung als wir 2012 schon einmal hier waren, wieder getroffen. Seiner Einladung zum Abendessen in seinem Haus folgten wir natürlich sehr gerne. Neben einer leckeren traditionellen Mahlzeit, war dies eine einmalige Erfahrung, einmal einen Einblick in das normale Leben zu bekommen, abseits der üblichen Touristenwege.

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