Auf Grund des kühlen, feuchten Klimas wachsen im Hochland ganz andere Pflanzen als im restlichen Malaysia. So ist es keine Überraschung, dass diese Region von großer landwirtschaftlicher Bedeutung ist. Hier werden z.B. verschiedene Blattgemüse, grüner Spargel und jede Menge Erdebeeren angebaut. Am bedeutendsten in dieser Region jedoch ist der Teeanbau. Der Teeanbau ist letztlich auch der Grund warum es so viele Touristen hierher verschlägt. Wenn man einmal vor dieser atemberaubenden Kulisse steht, verschlägt es einem regelrecht die Sprache. Man glaubt kaum wie viele verschiedene Grüntöne die Natur einem darbieten kann. Die Strukturen, die die Landschaften durchziehen wirken teilweise sogar ein wenig surreal und lassen den Blick mehr als nur einen Moment lang über die schier unendlichen Weiten der Teepflanzen schweifen.

Übernachtet haben wir in Father´s Guesthouse in Tanah Rata. Ein süßes kleines Guesthouse, das nicht weit entfernt ist von den ersten Restaurants und kleinen Geschäften.

Die bekanntesten und beliebtesten Plantagen sind die Plantagen von „Boh Tea“. Hier kann man einer geführten Besichtigung der Tee Manufaktur beiwohnen und anschließend im Café bei einem Stück Kuchen die tolle Aussicht genießen.

Lohnenswert ist auch ein Ausflug in den Mossy Forest in Brinchang, dem höchst gelegenen Punkt der Camerons. Dort befindet sich ein alter, moosbewachsener Wald, der einem eine äußerst mystische Stimmung bietet. Leider hat uns der dichte Nebel die Aussicht verwehrt, auf die wir uns auf dem Weg nach dort oben gefreut hatten.

Die sehr touristisch angelegten Erdbeerfelder – die von chinesischen Touristen regelrecht überrannt werden, nur um einmal selbst gepflückte Erdbeeren verzehren zu können – kann man sich mal anschauen, muss man aber nicht…

Stattdessen sollte man lieber Ausschau halten, ob gerade Rafflesia Touren angeboten werden. Denn was viele vielleicht nicht wissen, von den Cameron Highlands aus hat man mit etwas Glück die Gelegenheit eine der seltensten Pflanzen der Welt zu bestaunen: die Riesenrafflesie! Mit bis zu 1 Meter Durchmesser und fast 11 Kilo Gewicht ist sie die größte Blüte in der Pflanzenwelt. Und selten noch dazu, denn man hat es bis heute nicht geschafft, die Riesenrafflesie in Botanischen Gärten zu züchten, so dass sie ausschliesslich in ihrem natürlichen Lebensraum vorkommt: in den Regenwäldern Südostasiens. Um ihre Blüte voll zu entwickeln braucht sie bis zu 1 Jahr. Doch ihre Blütezeit dauert nur 4-7 Tage, danach zerfällt sie in einen zähen, schwarzen Schleim.

Als wir in Tanah Rata auf dem Weg vom Abendessen zurück zu unserem Guesthouse bei einem Touranbieter die Werbung für eine solche Halbtagestour entdeckten, zögerten wir nicht lange und haben den Ausflug für den nächsten Tag gebucht. Gleich nach dem Frühstück wurden wir von einem Fahrer, der gleichzeitig unser Guide durch den Dschungel war, abgeholt. Wir sind ca. 30-40 Minuten hinunter ins Tal gefahren (Vorsicht: durch die vielen Serpentinen gepaart mit den Fahrkünsten Eures Guides, kann man sich dabei auch ganz schnell sein Frühstück nochmal durch Kopf gehen lassen 😀 ). Nach der Autofahrt hat man eine anstrengende aber sehr schöne Wanderung durch den dicht bewachsenen Dschungel vor sich. Wir brauchten ca. 1,5 – 2 Stunden, bis wir auf einer Anhöhe etwas dunkelrotes zwischen Lianen und Gestrüpp entdecken konnten. Nur noch ein paar Meter, dann durften wir ein großes Exemplar im aufgeblühten Zustand bestaunen. Ihr Lebensende zeichnete sich schon ein wenig ab, sie fing an den Rändern bereits an zu verwelken.

Da wir für Mama und Baby einige Stillpausen einlegen mussten, mussten wir uns auf dem Rückweg zumindest im ersten Drittel ganz schön beeilen. Denn zum Nachmittag hin kündigt sich der Regen an. So wird der kleine Bach, den man auf dem Hinweg überquert hat, auf dem Rückweg schnell zum „reißenden Fluss“. Um trocken und vor Allem sicher zurückzukommen sollte man unterwegs nicht zu viel Zeit vertrödeln.

Wer also gerne wandern geht, der findet vermutlich seine Erfüllung in den Cameron Highlands. Ansonsten reichen gute 2-3 Tage für eine spannende Zeit im malaysischen Hochland.

 

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