Ein knapp 2-stündiger Flug brachte uns von Denpasar/Bali nach Ost-Nusa Tenggara in die Stadt Maumere im Osten der Insel Flores. Von dort aus wollten wir weiter in Richtung Moni, da wir dort einen Ausflug zum Vulkan Kelimutu planten. Kein Problem dachten wir, sind ja nur 90 Km 😄 Trotz einiger Erfahrungsberichte, die wir vorher gelesen haben, unterschätzten wir ein wenig die Strecke, die vor uns lag. Die Straße, die die Insel von Ost nach West verbindet hat nur 1 Spur in beide Richtungen und führt äußerst kurvenreich durch die Berglandschaft. Im Schnitt fährt man kaum schneller als 30 km/h, so dass man für die Strecke von Maumere nach Moni mindestens 3 Stunden einplanen sollte. Da unser Flug mit 2 Stunden Verspätung in Maumere ankam (mögliche Flugverspätungen sollte man grundsätzlich in Indonesien mit einplanen…) war unser Zeitplan eh schon dahin. Wir baten unseren Fahrer, zum Abendessen einen Zwischenstopp am Koka Beach einzulegen, da wir nun doch schon ziemlich lange unterwegs waren. Für die Kids hat Mama für lange Fahrten immer ordentlich eingekauft sobald irgendwo ein Supermarkt zu sehen war 😅 Für uns gab es dann gegrillten Fisch am Koka Beach bevor es nach 2 Stunden Fahrt noch einmal für 1,5 Stunden ins Auto ging, bis wir endlich gegen 21:00 Uhr in Moni in unserem Guesthouse „The Geckos Homestay“ ankamen und sehr freundlich empfangen wurden.

In Moni haben wir am nächsten Tag ein wenig die Gegend erkundet. Bei einem Besuch in einem kleinen Dorf durften wir bei Webarbeiten an Sarongs und Schals zusehen. Wir wurden unheimlich nett empfangen und die Dame des Hauses hat unserer Kleinen gleich angeboten ihre Oma zu sein 😄

Auch ein Besuch im traditionellen Dorf Wologai lohnt sich. Zwar sind die meisten Häuser nicht mehr bewohnt (viele Einheimische versuchen mittlerweile etwas moderner zu leben), man bekommt dennoch einen sehr authentischen Eindruck über die Lebensgewohnheiten der Menschen in den vergangenen Jahrhunderten. Und auch heute noch leben ein paar Familien in den traditionellen Häusern. Dank unserer Tochter durften wir uns auch ein Haus von innen ansehen. Sie hatte sich kurzerhand selbst eingeladen und neugierig ins Innere geschaut. So fanden wir uns kurze Zeit später in der Küche des Hauses wieder und wurden direkt auf eine Portion Süßkartoffeln und eine Tasse Kaffee eingeladen. Einladungen dieser Art sollte man auf keinen Fall ablehnen, dies käme einer Beleidigung gleich. In diesem Dorf, speziell bei der Familie, die wir besuchten, wird alles an Lebensmitteln selbst angebaut und geerntet. Konsumgüter kennt man im Prinzip nicht. So auch der Kaffee, der uns zubereitet wurde. Nach der Ernte werden die Bohnen in der Sonne getrocknet, in mühsamer Handarbeit von der Schale befreit, noch einmal in der Sonne getrocknet und schließlich in einer Pfanne über dem Feuer geröstet. Frischer kannst du keinen Kaffee bekommen…

Nach einem kurzen Stop zum Mittagessen, sind wir dann zu einem nahegelegenen Wasserfall gefahren, um uns eine kurze Abkühlung zu gönnen. Trotz 700 Meter Höhe wird es in Mittagssonne doch ganz schön heiß. Aber ok, Abkühlung geht anders. Durch die Hot Springs in direkter Nähe wird das Quellwasser des Wasserfalls ordentlich aufgewärmt, da die beiden Quellen kurz vorher zusammen fließen. Wir haben anschließend auch den Hot Springs einen Besuch abgestattet. Sehr fotogen sind diese jedoch nicht. Das 38° heiße Wasser entspringt einer Quelle aus dem Inneren des Vulkangebirges und wird durch 2 große Becken geleitet, die von den Menschen vor Ort als Badewanne und Waschbecken für ihre Kleidung genutzt wird.

All diese schönen Dinge sind bereits eine Reise nach Moni wert. Doch unser größtes Highlight war der Vulkan Kelimutu, welcher unser eigentliches Ziel in Moni war. Um seine 3 Kraterseen im morgendlichen Licht der aufgehenden Sonne zu bestaunen, mussten wir zuerst einmal um 4 Uhr in der Früh aus dem Bett kommen. Für uns erstmal mein Problem, wir waren gespannt wie die Kids das finden würden 😄 Da man von Moni aus noch rund 13 Km bis zum Parkplatz am Fuße des Kelimutu zu fahren hat, konnten die Kids noch gut 40 Minuten im Auto weiterschlafen 😅 Am Parkplatz angekommen, muss man noch einmal weitere ca. 40 Minuten bis zum höchsten Aussichtspunkt zurücklegen, diesmal zu Fuß. Aber auch das haben die Kids super gemacht. Aufgeregt von der Vorstellung, gleich auf einem Vulkan zu stehen, haben die Füße unseren Großen bis ganz nach oben getragen. Die kleine Prinzessin dagegen saß bei Papa im Rucksack und schnaufte, da sie der Meinung war der Aufstieg sei ganz schön anstrengend. Und Papa dachte ihm fliegt die Lunge gleich weg 😂 Während des Aufstiegs dachten wir noch wir wären viel zu dick angezogen, schließlich erzählte uns jeder wie kalt es auf dem Kelimutu bei Sonnenaufgang doch ist. Doch als wir am höchsten Punkt bei über 1800 Metern Höhe ankamen wussten wir weshalb. Nicht die Temperaturen haben sich gegenüber des Parkplatzes groß verändert, doch es pfeift ein Wind an der Spitze des Aussichtspunktes, dass ich selbst das Stativ mit der Kamera drauf ordentlich festhalten muss damit mein Bild nicht verwackelt. War also doch nicht übertrieben, dass man sich warme Klamotten anziehen soll… Aber alle Anstrengungen haben sich für uns total gelohnt, denn der Blick auf die Kraterseen des Kelimutu sobald die Sonne sich das erste Mal zeigt ist unbeschreiblich schön…

Durch Mineralien, die sich mit der Zeit in den Kraterseen freisetzen wechseln diese immer mal wieder ihre Farbe. Mal ist ein See grün, mal fast schwarz oder auch mal rot. Manchmal passiert viele Monate nichts, manchmal wechselt die Farbe jedoch auch alle paar Wochen einmal. Für die Menschen, die um den Kelimutu herum leben ist dies ein sehr mystischer Ort. Immer wenn die Farbe eines Sees sich verändert, glauben die Menschen an ein Zeichen der Geister, dass demnächst jemand aus Gemeinschaft sterben wird…

Nach einem gemütlichen Spaziergang zurück zum Parkplatz, haben wir erst einmal in aller Ruhe gefrühstückt, bevor es weiter ging in Richtung Ende. Von dort aus reisten wir per Flugzeug weiter in den Westen der Insel Flores nach Labuan Bajo, das Tor zum Komodo Nationalpark. Auch für die Strecke von Moni nach Ende muss man gute 2 Stunden einplanen, obwohl es „nur“ knapp 60 Km sind. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten. Auf dem Weg kommt man an tollen Landschaften vorbei, für die es sich lohnt auch mal aus dem Auto auszusteigen…

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